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Die „Sahnestücke“ vom Neuen Chor Würselen kommen

bei den treuen Fans auf Burg Wilhelmstein sehr gut an

Christoph Leuchter hat Wort gehalten: „Die leckersten Leckereien aus 14 Jahren Neuer Chor“ versprach dessen Dirigent vor Beginn des Konzerts. „Sahnestücke“, wie der Titel des Programms lautete, süße Leckereien also, hatten die Programmgestalter versprochen. Zur Freude und Begeisterung von Hunderten treuer Fans geizten auf Burg Wilhelmstein die rund 70 Mitwirkenden nicht mit Proben und sorgten für ein über zweistündiges Programm, bei dem der Spannungsbogen niemals abriss.

Chor und Band lassen es richtig krachen

Die Sänger unter ihrem Leiter Christoph Leuchter und die Band mit Harald Claßen an der Spitze werden mit viel Beifall belohnt

Von Christtoph Hahn

Würselen. Es war eine gelungene Koproduktion: Zusammengehalten wurde das Ganze nicht nur von den ebenso liebenswürdigen wie hintergründigen Moderationen des Dirigenten und dem vorwärts treibende Sound der Band unter der Leitung von Harald Claßen. Mindestens ebenso wurde der Abend vom beseelten Engagement der Sängerinnen und Sänger getragen – und nicht zuletzt von dem Witz, den sie in Stimme, Mimimik und Gestik immer wieder aufblitzen lassen.

Für Gags war ebenfalls bestens gesorgt: „Serviererinnen“ mit Schürze und Spitzenhäubchen brachten Besuchern mit weiter Anreise – etwa aus Mannheim oder Lübeck – ganz im Sinne des Programms Sahnestücke vom Konditor an den Sitzplatz.

Anrührende Momente

Begonnen hatte das Konzert mit einem Gänsehaut-Effekt: Harald Claßen, am Keyboard inmitten der Band ebenso zu Hause wie auf dem Saxophon, spielte, ganz allein auf der Bühne der Freilichtbühne „We Are The World“. Ein weiteres Versprechen von Christoph Leuchter wurde im Folgenden eingelöst, und das kurz nach dem Start: „Wir werden versuchen, es heute Abend mal ein bisschen krachen zu lassen.“ Sprach‘s und ließ nur ein paar Minuten später ein Abba-Medley folgen, das „Mamma mia“ hin, „Thank you for the music“ her – nichts an Spritzigkeit und Drive zu wünschen übrig ließ.

Pep und satten Sound gab es auf der Freilichtbühne von Burg Wilhelmstein auch sonst nicht zu knapp – und manches Mal auch anrührende Momente wie das zusammen mit syrischen Musikern auf die Bühne gebrachte und in in ein orientalisches melodisches Gewand gehüllte „Auf dem Weg“ oder den „Circle of life“ aus dem Musical „Lion King“, zu dem sich eine ganze Schar nett anzuschauender Urwald-Tiere auf der Bühne tummelte und tollte. Herzlichkeit war Trumpf, bei den Sängern, ihrem Leiter und überhaupt allen, die dem sechsten Programm des Neuen Chores Leben und Gestalt gaben.

Gelungene Mischung

Reichlich Feinkost für die Ohren gab es an diesem Konzert, das vieles in einem war: ein großes Picknick, aber auch eine atmosphärisch dichte Begegnung zwischen Ausführenden und Publikum. Das liegt mit daran, dass sich im Programm extrovertierte Klänge wie etwa die Abba-Titel und sehr intim, emotional ansprechende Titel wie unter anderem die Chor-Bearbeitung von Stings „Fields Of Gold“ die Waage hielten.

Dass da gegen Ende auch noch Udo Jürgens‘ „Aber bitte mit Sahne“, quasi die Titelmelodie des ganzen Abends, erklang, wirkte da wie das viel zitierte I-Tüpfelchen.