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Neuer Chor präsentiert viele alte Hits

Furioses Konzert auf Burg Wilhelmstein. Würselener Sänger stellen aktuelle CD vor. Große Balladen mit Gänsehautgarantie.

Würselen. Noch ist sie zwar recht jung, die Open-Air-Saison auf der Burg Wilhelmstein. Dennoch empfahl sich der Auftritt des Neuen Chores Würselen unter Leitung von Christoph Leuchter als ein Highlight des Konzertjahres.

Mehr als zwei Stunden lang begeisterten 50 Sängerinnen und Sänger, instrumental unterstützt von vielen Solisten, die Konzertbesucher, die das Rund des Freilichttheaters füllten. Geboten wurde abwechslungsreicher Chorgesang auf höchstem Niveau. Derart stark präsentierte sich der Chor, dass weit mehr als nur eine Zugabe gefordert wurde. Auch Uli Pesch, der Motor des Burg-Programms, war voller Lob für die Leistung des Chors. „Einfach super“ nannte er, dass die Veranstaltung trotz Konkurrenz durch die laufende Fußball-Weltmeisterschaft ausverkauft war. Die Freude an der Musik, die die Sänger und Instrumentalisten spürbar machten, ließen auch Sportfans vorübergehend die WM vergessen. Mit dem Song „Great Day“ bedankte sich der Chor für die Kulisse, die er beim Konzert auf der Burg genießen konnte. Dank sagte Chorleiter Christoph Leuchter sowohl Bürgermeister Werner Breuer, der sich für die Aufnahme des Konzertes in das offizielle Festivalprogramm eingesetzt hatte, als auch Dechant Heinz-Josef Lambertz, ohne den es diesen Chor nicht gäbe.

Im Konzert stellte der Neue Chor seine aktuelle CD vor, die er unter dem Titel „Unterwegs“ mit Unterstützung von Franz-Josef Ritzerfeld eingespielt hat. Der Chor präsentierte alle 13 neu arrangierten Songs. Dabei spannten die 50 Sänger den Bogen von deutscher zu englischsprachiger Musik, von neuen Interpretationen bekannter Gospels zu Pop-Songs und Balladen. Der nach ruhigem Anfang rockig arrangierte Titelsong „Unterwegs zuhause“, der anlässlich des 60. Geburtstages von Heinz-Josef Lambertz im vergangenen Jahr erstmals intoniert wurde, habe für den Chor eine besondere Bedeutung, betonte dessen Leiter.

Unterwegs zu sein habe auch etwas damit zu tun, offen zu sein für neue Dinge, einfach neugierig zu sein. Dass die Sänger dieses von sich behaupten können, spiegelte die Veranstaltung eindrucksvoll wider.

Gänsehautfeeling erzeugte der Chor gleich zu Beginn des Konzertes mit dem Police-Hit „Every breath you take“, der durch den voluminösen Chorgesang ein neues musikalisches Gewand erhielt. Ebenfalls ein Treffer war der Queen-Song „Crazy little thing called love“. Nahtlos schlossen sich „One of us“ (Joan Osborne) sowie die Evergreens „The message is love“ und „Put a little love in your heart“ an. Mitreißend neu arrangiert und vorgetragen wurden die Gospel-Nummern. Etwa der Ohrwurm „Joshua fit the battle of Jericho”. Aus der Feder des Chorleiters und Lyrikers Christoph Leisten stammte die nachdenklich stimmende Ballade „Erde werden“. Nicht nur bei diesem Stück setzten sich die Gesangs- und Instrumentalsolisten brillant in Szene: Franz-Josef Ritzerfeld (Gitarre, Percussion, Gesang), Harald Claßen (Saxophon, Klarinette, Piano), Markus Butz (Schlagzeug), Manes Zielinski (Bass), Christina Ritzerfeld (Gesang) und Elke Sommer-Jöris (Gesang). Auch der Dirigent (Klavier, Keyboards, Gesang) sorgte für Glanz. Ein Highlight des Konzertes war das gospelartige „You are the light“. Zum Finale gab es eine Interpretation von „Merry X-Mas“, einem Song von John Lennon.

Wunderkerzen

Wunderkerzen erstrahlten auf Burg Wilhelmstein, der emotionale Höhepunkt des Konzertes war erreicht. Ein beeindruckender Sommerabend, der für viele Besucher zu früh zu Ende ging.(clg)