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Stimmliche Virtuosität gezeigt

Neuer Chor Würselen löst Begeisterungsstürme bei seinem Gastspiel in Stolberg-Liester aus. Das Programm „All you need is Love“ wird auch am 22. März in der Pfarrkirche St. Pius präsentiert.

Stolberg/Würselen. Wahre Begeisterungsstürme löste der Neue Chor Würselen bei seinem Gastspiel in der Stolberger Liester-Pfarrkirche St. Hermann-Josef aus. Unter dem Titel „All you need is love“ boten sie eine Überraschungstüte voller Beatlessongs, Spirituals und Eigenkompositionen, und das alles unter der professionellen Leitung von Christoph Leuchter, der auch Klavier spielte und sang. Es war eine Musik voller Lebendigkeit, mitreißend frisch und locker in der Präsentation.

Lichteffekte

Die rund 60 Sängerinnen und Sänger begeisterten mit kraftvollen Stimmen, wie sie eigentlich nur von einem „schwarzen“ Chor erwartet werden, und wurden musikalisch unterstützt von Franz-Josef Ritzerfeld (Gitarre), Harald Claßen (Klarinette, Saxophon, Akkordeon, Klavier), Markus Butz (Schlagzeug) und Manes Zielinski (Bass). Herausragende solistische Leistungen boten Elke Sommer, Patrick Kafka und Sandra Wainewright. Ihre stimmliche Virtuosität mit einem unvergleichbaren Timbre reichte vom zarten, fast hauchenden und steigerte sich zum voluminösen, rauchigen Gesang. Für die Lichteffekte im Hintergrund zeichnete sich Christoph Dautzenberg verantwortlich, am Mischpult saß Johannes Soballa.

Die Band begann, und ein Sänger nach dem anderen betrat die Bühne. Ohne viel Brimborium legten sie und Solistin Elke Sommer mit „Sgt. Pepper’s Lonely Heart’s Club Band“ los. Evergreens wie „Here comes the sun“, „With a little help from my friends“, „Hey Jude“, „Yesterday“, „Let it be“ , „When I’m sixty four“ folgten in rhythmischer Bewegung zur Musik. Klatschend oder fast tanzend animierten sie die Zuschauer. Da war das recht große Publikum (ausverkaufte Kirche) hin- und weggerissen. Es waren Stücke, die jeder kannte und alle möglichen Emotionen weckte. Insgesamt wurden 26 Nummern präsentiert, das Repertoire schien unendlich. Alles wurde auswendig und in Originalsprache gesungen. Immer war von Liebe geben und Liebe leben, Gottvertrauen und Glauben schenken die Rede. Schmissige Popnummern („Hymn“) wechselten mit Gospelklassikern („O happy day“ und „Joshua fit the battle of Jericho“), von Leuchter mit Hingabe und größter Präzision dirigiert. Der Chorleiter verstand es, die Sängerinnen und Sänger mitzureißen und zu stimmlichen Hochleistungen zu führen. Seine positive Ausstrahlung übertrug er auf das Ensemble und aufs Publikum. Die Instrumentalmusiker improvisierten einfühlsam hintergründig, sichtlich beeindruckt von der hohen Klangkultur des Chores. Die Liebeserklärungen und Popklassiker wirkten ansteckend und verleiteten immer wieder zu Beifallsstürmen. „Unterwegs zu Haus“ und „Hand in Hand“ waren Eigenkompositionen von Chorleiter Christoph Leuchter, ebenso das Stück „Auf dem Weg“, das er in Zusammenarbeit mit dem renommierten Maler und Architekten Hans Wittl für die Christmette in Würselen komponiert hat und nach dem Willen der Künstler „harmonisch ineinander fließen“ soll. Die Suche nach einer Spur im Sand am Firmament gewann durch die Wüste und Kamele einen orientalischen Beigeschmack.

„Wir wollen nicht in Tradition erstarren, sondern Immer etwas Neues ausprobieren und uns selbst auf dem Weg sehen“, so erzählte Leuchter. Langer Applaus und stehende Ovationen nach zwei Stunden Konzert forderten natürlich noch zwei Zugaben, die die Sängerinnen und Sängern mit „I will follow him“ aus „Sister Act“ und dem Gospellied „Deep in my soul“ gerne erfüllten. Ohne zu übertreiben, bot dieser Abend ein Konzert der Superlative mit gewaltigen Stimmen und hervorragenden Musikern, die ihr Handwerk verstehen. (mlo)