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Donnernder Applaus für den Neuen Chor

Das Konzert „All you need is love“ auf der Freilichtbühne wird für die Zuhörer zu einem beeindruckenden Erlebnis.

Würselen. Puh, war das eine Zitterpartie! Trotz Unwetterwarnung strömten die Besucher des „All you need is love“-Konzertes, das der Neue Chor Würselen gab, schon eine Stunde vor Beginn voller Zuversicht auf die Burg. In so großen Scharen, dass die Sitzplätze am Ende nicht einmal mehr ausreichten. Der versierte Chorleiter Christoph Leuchter machte in Zweckoptimismus: „Wir stehen das gemeinsam durch.“ Am Ende kamen alle, auch die, die nicht unter dem schützenden Zeltdach Platz gefunden hatten, mit einem blauen Auge davon. Nach dem großartigen Konzerterlebnis nahm man den dicken Schauer auf dem Heimweg gerne in Kauf.

Geboten wurde von den 63 Sängerinnen und Sängern, dezent begleitet von einer vierköpfigen Combo, nicht nur ein musikalischer Leckerbissen, so dass das Konzert in seiner Gesamtheit zu einem einzigartigen Hörerlebnis wurde. Einen Volltreffer landete der Chor zu Beginn schon mit dem Beatles-Song „Sgt Pepper’s lonely hearts Club Band“. Als Gesangssolistin lieferte Elke Sommer eine erste Kostprobe ihres stimmlichen Vermögens ab. „Here comes the sun“ ließ der Chor musikalisch die Sonne aufgehen, während die Besucher im Freien immer häufiger bang den Blick zum Himmel warfen. Die „Beatles“-Klassiker hatte Chorleiter Leuchter so raffiniert arrangiert, dass der stimmgewaltige Chor ihnen allen neues Leben einhauchte. Ihre Wiedergabe waren mehr als eine billige Kopie der Originale.

Das Programm war ausgewogen und abwechslungsreich zugleich. Es enthielt auch viele Highlights aus dem reichhaltigen Repertoire des Neuen Chores, nicht zuletzt die vom Chorleiter komponierten Titelsongs der beiden herausgebrachten CDs, „Unterwegs“ und „Hand in Hand“, zu denen der Lyriker Christoph Leisten die Texte geschrieben hat. Fürwahr! Unterwegs war der Chor auch vor und bei diesem Konzert wieder. Dabei nahm er die Herausforderungen bereitwillig an, was sich in der Leistungsbereitschaft der Sängerinnen und Sänger eindrucksvoll widerspiegelte. Das gesamte Programm war auf einem äußerst hohen Niveau angesiedelt.

Mit „You are the light“ brillierte die zweite Gesangsolistin, Sandra Wainwright-Schneider, gemeinsam mit ihrem Chorleiter bei ihrem ersten Soloauftritt. Ihr stimmliches Volumen reizte sie vor allem bei „Yesterday“ aus. „Let it be“ meldete sich als dritter Solist Patrick Kafka durch seine überzeugende Interpretation dieses „Beatles“-Ohrwurms zu Wort.

Wunderkerzen entzündet

Weitere Glanzpunkte setzten die Solisten mit „Put a little Love in your heart“ (Elke Sommer) von Jimmy Holiday, mit „Be not afraid“ (Patrick Kafka) und mit „Oh happy day“. Einfühlsam interpretierten Sandra Wainwright-Schneider, Patrick Kafka und Christoph Leuchter, begleitet von Franz-Josef Ritzerfeld auf der Gitarre den besinnlichen eigenen Titel im Stile eines geistlichen Liedes „Erde werden“. Mit dem Gospelsong „Joshua fit the battle of Jericho“ rissen die drei Solisten die Zuhörer von den Bänken und Stühlen. Das Juwel im Programm war das „Hey Jude“, von Christoph Leuchter mit Band wunderschön dargeboten, während sich die Solisten im Background einklinkten. Der Chor setzte markante Akzente mit „When I’m sixty six“, einem heiter-ironischen „Beatles“-Evergreen und mit dem Sting-Welthit „Every breath you take“, aber auch mit Eric Claptons „Tears in heaven“. Die Besucher ließen sich mitreißen, wippten mit den Füßen im Takt und schnipsten mit den Fingern, summten bisweilen auch mit. Beim „All you need ist love“ wurden in den vorderen Reihen sogar Wunderkerzen entzündet. Das etwas andere Chor-Erlebnis, das bei den Besuchern – darunter auch der Akkordeonist Manni Leuchter, der selbst im vergangenen Jahr noch auf der Burg faszinierte, immer wieder Stürme der Begeisterung auslöste, mündete ein in John Lennons „Imagine“. Donner und Blitz sowie ein kurzer Schauer waren zwar unerwünschte Störenfriede. Dennoch war das Konzert 2008 des Neuen Chores Würselen ein großartiger Erfolg. Daran hatte die Band mit Harald Claßen (Saxophon, Klarinette, Akkordeon, Keyboard), Franz-Josef Ritzerfeld (Gitarren, Percussion, Gesang), Manes Zielinkski (Bass) und Markus Butz (Schlagzeug) nicht unmaßgeblich Anteil. (ehg)