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Der Neue Chor spannt einen weiten Bogen

WÜRSELEN. Wer will sich schon so kurz vor dem Fest des Friedens darüber streiten, ob der „Neue Chor Würselen" Etikettenschwindel betreibt? Denn ganz so neu ist der „Neue Chor" nämlich gar nicht: so etwa knapp zwei Jahre alt. Aber eigentlich ist er sogar noch viel älter. Ende der 70er bis Mitte der 80er Jahre gab es in St. Sebastian einen Jugendchor, der unter der Leitung des damaligen Kaplans Heinz-Josef Lambertz (heute Pastor in Würselen) und Manfred Leuchter neue geistliche Lieder sang. Fast 20 Jahre später im November 2001 trafen sich etwa 20 ehemalige Sängerinnen und Sänger und feierten ein Wiedersehen. Die Idee, noch einmal einen Gottesdienst musikalisch zu gestalten, fand spontan Anklang. Mit Hilfe des neuen Leiters Christoph Leuchter gestaltetete der „Neue Chor Würselen" im März 2002 einen Gottesdienst in St. Pius und nach einer Wiederholung in St. Sebastian wenige Wochen später stand für viele fest: „Wir wollen weiter singen."

Völlig unstrittig ist, dass der Chor Bewegung in die Gottesdienste des Dekanats gebracht hat. Dabei verstehen sich die Sänger keineswegs als Konkurrenz zu bestehenden Chören, sondern als gefragte Ergänzung im kirchlichen Angebot. So sprechen die vom „Neuen Chor" gestalteten modernen Messen viele Menschen an, mitunter auch solche, die nicht mehr viel mit Kirche im Sinn haben. Bemerkenswert war beispielsweise der Gedenk-Gottes-dienst am Volkstrauertag in St. Sebastian. Mittlerweile ist die Zahl der Sängerinnen und Sänger auf rund 50 angewachsen. Überdies hat der Chor ein musikalisches Niveau erreicht, das sich sich hören lassen kann. Gesungen wird vierstimmig, und zum Repertoire zählen neben dem neuen geistlichen Liedern über Gospels auch Popsongs mit religiösen Anklängen wie „I will follow him" (Sister Act) oder „Hymn" (Barclay James Harvest). Begleitet wird der Chor von einer Band, deren Besetzung dem jeweiligen Programm angepasst wird. Ein eigenes „Textteam", bei dem auch Christoph Leisten (Initiator der Tage der Poesie) mitwirkt, kümmert sich um die inhaltlichen Schwerpunkte der Gottesdienste.

„Ein Kind ist geboren - damals und heute": Unter diesem Titel steht die Messe des Chores am Heiligabend um Mitternacht in St. Sebastian in Würselen. Dabei soll der Bogen musikalisch und textlich zwischen Christus' Geburt und den vielfältigen, so unterschiedlichen Bedingungen, unter denen Kinder heute in diese Welt kommen, gespannt werden. (gp)

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